blogparade: mein schlimmster urlaub

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Am Strand 300910Ja, du hast richtig gelesen: Was war dein schlimmster Urlaub? Ich will es wissen. Berichte über Traumurlaube gibt es ja jede Menge. Wer aber spricht schon gern darüber, wenn der Urlaub oder die Reise mal so richtig verkorkst war?

Komm, gib’s zu: Auch du kamst bestimmt schonmal von einer Reise zurück und hast dir geschworen: „Nie wieder fahre ich da hin!“ oder „Das war mein erster und letzter Urlaub mit XY!“ oder „Jetzt brauch ich erstmal Urlaub!“

 

Also, erzähl es mir:

    • Wohin ging die Reise, an die du lieber gar nicht mehr denken würdest?
    • Woran lag es, dass sie so danebenging? Wetter? Unterkunft? Mitreisende? All of the above? Oder was ganz anderes?
    • Wie bist du damit umgegangen? Konntest du irgendwas tun, um der Misere zu entkommen oder die Laune zu steigern?
    • Hast du im Nachgang dein Reiseverhalten verändert? Also Konsequenzen aus der Erfahrung gezogen?

 

Und hier kommt mein völlig verkorkster Urlaub, der zum Glück schon ziemlich lange her ist:

Städtetourismus - Paar im Urlaub hat BeziehungsproblemEin Jahr nach dem Abitur beschlossen meine beste Freundin und ich, im Spätsommer nach Sardinien zu fahren. Der (bis dahin, muss man retrospektiv leider sagen) gute Freund M. wollte auch mit. Bei mehreren Treffen besprachen wir gemeinsam Ideen, Pläne, Vorlieben undsoweiter und machten uns dann auf die Suche nach einer Unterkunft. Damals, im letzten Jahrhundert, suchte man sowas noch nicht übers Internet, sondern per Anzeige im Lokalblättchen. Wir fanden eine Ferienwohnung mit Schlafraum, Wohnküche und was man sonst noch so braucht, in Strandnähe im Süden der Insel. Bis dahin war also alles gut, harmonisch und voller Vorfreude.

Freund M. äußerte zwar in irgendeinem Vorgespräch die Befürchtung, die beste Freundin und ich könnten uns qua Geschlecht und dicker Freundschaft verbünden und immer gegen ihn sein, aber das fanden wir so absurd, dass wir es schnell wieder vergaßen. Doch schon auf der Hinfahrt sollte sich seine Prophezeihung wundersamerweise selbst erfüllen: Kurz vorm Gotthard-Tunnel schlug er vor, lieber über den Pass (anstatt durch die Röhre) zu fahren, das sei landschaftlich doch viel reizvoller. Der Vergleich der Fahrtdauer beider Routen, vor allem in Anbetracht der fest gebuchten Fährpassage ab Genua am gleichen Abend, brachte jedoch die Erkenntnis, dass die Fahrt durch den Tunnel vorzuziehen sei (es sei denn, wir hätten lieber die Fähre einen Tag später genommen …). Doch selbstverständlich waren unsere Argumente keine sachlichen, sondern allein der Tatsache geschuldet, dass wir eben Frauen und – noch schlimmer – beste Freundinnen seien, die sich wie befürchtet schon auf der Hinfahrt gegen ihn verbündeten. Immerhin konnten wir uns dann auf der restlichen Fahrt ungestört unterhalten, da ab sofort vom Fahrersitz nur noch beleidigtes Schmollen kam.

Allein im RegenDieses Verhaltensmuster wiederholte sich erstaunlich häufig, dazu kamen 10 Tage Regen, die sich auch von der täglichen Beteuerung „das regnet sich aus und ist morgen vorbei“ unseres Vermieters nicht beeindrucken ließen. Eine Hiobsbotschaft von zuhause und meine dadurch stark beeinträchtigte Laune trugen auch nicht zu allgemeinen Klimaverbesserung bei. So waren wir sehr dankbar, als sich nach einer Woche überraschend Besuch von Freunden ankündigte, die auf einer Rundreise für ein paar Tage bei uns vorbeischauen wollten.

 

Dank dieses externen Korrektivs hielt sich M.s Schmollen in Grenzen, außerdem waren die Freunde männlich, was das Kräfteverhältnis zu seinen Gunsten verschob und seine Laune beträchtlich steigerte. Ich war aufgrund der schlechten Nachrichten von zuhause nicht so richtig gut drauf, was den vermeintlichen Freund aber nicht weiter interessierte. Nein, er warf mir nun (da er seine einwöchige Schmolleritis beendet hatte und gute Laune anordnen wollte) vor, ich würde ja die Stimmung verderben mit meinem Trübsalblasen. Kurz darauf erschütterte eine Explosion das Ferienhaus: Ich war geplatzt und ihm klingelten die Ohren.

Nun denn. Auch dieser Urlaub ging irgendwann vorbei, und immerhin wurde das Wetter besser, sodass wir uns leichter aus dem Weg gehen konnten. Trotzdem ist Sardinien wunderbar und wir haben viele hübsche Flecken entdeckt. Ich war später noch mehrmals auf dieser schönen Insel und nehme ihr diesen verkorksten Urlaub kein bisschen krumm.

Ach ja, meine Bewältigungsstrategie? Rotwein. Viel Rotwein.

Und meine Konsequenzen daraus? Erstens fahre ich mit Freunden, die nicht urlaubsgetestet sind, erstmal probeweise für ein Wochenende weg – gleich drei Wochen waren dann doch etwas waghalsig. Und zweitens schwor ich mir: „Den nächsten Urlaub mache ich allein!“ Und das tat ich auch: zwei Wochen auf Kreta, nur mein Rucksack und ich. War das herrlich! Aber darüber schreibe ich ein anderes Mal.

Verspätung

So, und jetzt kommst du!

Bitte erzähl mir, was dein schlimmster Urlaub war und warum. Verlinke deinen Blogbeitrag hier in den Kommentaren, ich erstelle nach Ende der Blogparade eine Liste aller Beiträge.

Ich bin gespannt! Die Blogparade läuft bis zum 30. November 2013.

Bisherige Beiträge:

Jenny vom Weltwundererblog hatte einen ganz speziellen Dolphin Encounter … Zum Glück war es nur ein Tag!

Ingrid von Traumreisen kriegte was aufs Ohr – wie unangenehm!

Und Zamyat musste sich von einer Extrem-Yogi terrorisieren lassen … puh!

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9 Kommentare

  1. Hm, an einen richtig misslungenen Urlaub kann ich mich gar nicht erinnern – Urlaube als Teenager mit Eltern zählen doch wohl nicht mit?!
    Ich kann dir mein schlimmstes Urlaubserlebnis in NZ anbieten – damit habe ich sogar schon einen Blogwettbewerb bei GermaNZ gewonnen :-)

    • Kann man in NZ schlimme Erlebnisse haben? Glaub ich nicht! Beweise, bitte!
      Urlaube als Teenager mit Eltern sind ja per se schlimm und daher keine besondere Erwähnung wert ;-).

  2. Eigentlich freuen wir uns alle das ganze Jahr über auf den Urlaub. Trotzdem hält der Urlaub nicht immer alles, was wir uns von ihm versprechen. Deshalb habe ich an der blogparade auch teilgenommen und mit einem Beitrag über einen verkorksten Urlaub berichtet. Ist eine interessante Idee, mal über einen nicht so gelungenen Urlaub zu schreiben…

  3. Gruselig! Das toppt meine Urlaubserfahrung um Längen. Boah *schüttel*. Dass Du danach lieber allein weggefahren bist, kann ich gut nachfühlen, ging mir genauso. Danke für Deinen Beitrag!