fernwehkochen: okroschka

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Kürzlich hab ich mal wieder Fernwehkochen praktiziert. In diesem Fall kam auch noch ein gehöriger Schuss Nostalgie dazu, und das kam so:

Aus absolut nicht nachvollziehbarem Grund blätterte ich beim Einkaufen in einem dieser Rezeptblättchen. Dazu muss man wissen, dass ich sowas noch nie getan habe. Ich schwöre, noch nie! Irgendwas hat mich aber dazu gebracht, und so landete ich beim Rezept für Okroschka.

Kennt ihr vermutlich nicht, was? Ich jedoch hatte sofort diesen frischen Geschmack von Buttermilch, Gurke und Dill auf der Zunge und saß Mitte der 90er Jahre in einem Hotel in Taschkent/Usbekistan, wo man mir gerade einen Teller dieser köstlichen kalten Suppe vorgesetzt hatte. Das war damals bei 40 Grad Außentemperatur und mit Jetlag genau das richtige. Damals war die Sowjetunion noch nicht allzu lange Geschichte, sodass der russische Einfluss in Zentralasien nicht nur in kulinarischer Hinsicht noch deutlich spürbar war. In diesem Fall zum Glück, in anderen Fällen weniger. Wobei ich die einheimische usbekische Küche gegenüber der russischen als nicht besonders konkurrenzfähig in Erinnerung habe – aber das ist eine andere Geschichte.

okroschka_20140416_214208Wieder in der Gegenwart angekommen, kaufte ich sofort die Zutaten und bereitete dieses oberleckere Zeug zu Hause zu. Es war zwar nicht Taschkent und auch deutlich kühler als im usbekischen Sommer, aber geschmeckt hat sie köstlich. Und so geht’s:

Man braucht einen halben Liter Buttermilch, 250 ml Mineralwasser, vier hartgekochte Eier, Lauchzwiebeln, ein paar Radieschen und ein paar Pellkartoffeln, eine halbe Salatgurke, Senf, Dill und einen Becher Schmand. Salz und Pfeffer natürlich auch. Das Eigelb löst man heraus und zerdrückt es, dann mischt man es mit Schmand, Senf und Buttermilch. Das Eiweiß und die anderen Zutaten würfelt man fein und wirft sie zusammen in eine Schüssel. Darüber gießt man die Buttermilchmischung, würzt kräftig mit Salz und Pfeffer und stellt das Ganze idealerweise noch eine Weile in den Kühlschrank. Kurz vorm Servieren gießt man das Mineralwasser dazu und vermischt alles gut. Dill drüber, fertig. Lecker!

Beim Russland-Journal habe ich noch ein weiteres Okroschka-Rezept gefunden, in dem auch ein bisschen was zu diesem Gericht erläutert wird.

Tja, und nach Zentralasien möchte ich ja schon lange wieder – damals in den 90ern war ich beruflich in Usbekistan und Kasachstan und habe einmal auch etwas private Zeit drangehängt. Muss mal meinen alten Reisebericht von damals wieder raussuchen …

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Texterin, Redakteurin, Kolumnenschreiberin und Rumreiserin.

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9 Kommentare

  1. Oh ja, mach das mal! Zentralasien ist reisetechnisch ja noch richtig exotisch… Die Suppe Merk ich mir für den Sommer, klingt echt lecker.

    LG
    Jenny

  2. Ich kenne so eine ähnliche Gurkensuppe aus Bulgarien. Wir machen sie uns manchmal an heißen Sommertagen mit Milch, Petersilie und gehackten Walnüssen.

  3. Hi, du machst doch nen Reisekochblog ;-) Das rezept klingt richtig lecker. Merk ich mir für die kommenden warmen Tage und werds mal mit den Mädels zusammen kochen, die haben gerade eh Spaß an Küche. Da kommt ein Rezept an dem man sich nicht die Finger verbrennen kann gerade richtig.
    Liebe Grüße
    Nik

  4. Hmm, das Rezept ist schon abgespeichert. Für den Fall, dass es mal warm wird … So was Säuerliches, das ist nämlich genau meine Linie.

    • Ich finde das auch toll. Wobei diese Suppe – im Unterschied z. B. zu Gazpacho, die ich auch sehr liebe – gar nicht mal so superleicht ist. Durch die Kartoffeln und die Eier stopft sie durchaus ein Loch. Aber kalt und säuerlich isse definitiv!

  5. Pingback: Heiße Zeit für kalte Suppen: Okroschka | Schmeckt nach mehr