fernheimweh und lust auf neues

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Sabine Olschner fragt in ihrem Reiseblog ferngeweht danach, was für uns Fernweh bedeutet. Perfekte Frage für mich :-).

Was ist für mich Fernweh? Es ist zum einen die Neugier auf das Unbekannte, die Lust, woanders als zuhause zu sein, fremdes Essen zu probieren, neue Erfahrungen zu machen. Ich habe zum Beispiel so einige Ziele auf der Liste, die ich noch nicht kenne, die mich sehr  reizen. In diesem Interview habe ich mal eine ganze Latte aufgezählt. Das sind in der Regel Orte oder Regionen, von denen mir andere erzählt haben, oder über die ich etwas gelesen habe. Manchmal ist das Fernweh auch ganz konkret mit Aktivitäten verbunden. Reiten in Island. Trekking in Kasachstan. Solche Dinge.

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Unser „home on the hill“ in Napier

Zum anderen ist Fernweh für mich die Sehnsucht nach bekannten Orten in der Ferne, fast wie eine Art Heimweh nach dem Sehnsuchtsort. Ich habe dieses Fernheimweh nach Rom zum Beispiel. Da habe ich während des Studiums ein großartiges halbes Jahr verbracht, war danach noch ein paarmal dort, und irgendwie ist Rom eine Stadt, die mich fesselt, in der ich mich wohlfühle.

Ein anderer dieser Sehnsuchtsorte ist Neuseeland, und ganz konkret die Stadt Napier. 2002 waren wir zum ersten Mal in NZ, 2013 haben wir drei Monate dort verbracht (zwei davon in Napier) und 2015 werden wir wieder für zwei Monate dort sein. Mit diesem Ort verbinden wir dieses Gefühl, woanders eine Art Zuhause gefunden zu haben, das aber nicht vom Alltag belastet ist und sich deswegen immer ein bisschen wohlig fremd anfühlt.

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Austern statt Apfelkuchen – zum Fernweh gehört auch die Lust auf neue Genüsse

Fernweh ist für mich die Lust am Anderen – und das muss nicht zwingend das Neue sein. Das Andere, das ist auch: Leben am Meer statt im Binnenland. Muscheln statt Mettwurst. Belgisches Bier statt Pfälzer Wein. Oder im Falle von Neuseeland auch ganz einfach: Sommer statt Winter ;-).

Trotzdem würde ich kein eigenes Ferienhaus irgendwo haben wollen, denn irgendwo hinfahren zu müssen, um das „abzuwohnen“ – das wäre mir dann doch zu viel Heimat in der Fremde. An den Sehnsuchtsort wiederholt fahren zu können, weil man es möchte – das ist eine völlig andere Sache.

Es überwiegt also beim Fernweh die Lust aufs Neue, den Tapetenwechsel, die Veränderung.

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Texterin, Redakteurin, Kolumnenschreiberin und Rumreiserin.

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4 Kommentare

  1. Fernweh kenne ich nur zu gut. Es befällt mich regelmäßig.
    Zum Glück bin in der Lage, es zu befriedigen.
    Demnächst übrigens in Neuseeland ;-)