angekommen II

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Wir sind in Napier in unserem Domizil für die nächsten zehn Wochen angekommen. Nachdem wir von Kaikoura aus nach Picton gefahren waren, verbrachten wir dort noch zwei Nächte, bevor wir den Campervan abgaben und die Fähre nach Wellington nahmen. In Picton besuchten wir unter anderem das Aquarium, in dem wir dann auch endlich ganz nah an einen jungen Blaupinguin herankamen, der dort aufgepäppelt wird, damit er bald wieder ausgewildert werden kann.


Außerdem erschraken wir uns tüchtig vor einem Rochen, der ohne Vorwarnung plötzlich an der Scheibe des Aquariums vor uns hochschwamm und amüsierten uns über die kreative Namensgebung für eine Riesenheuschrecke: Die Giant Weta (wird bis zu 9 cm lang) hat ihren Namen vom Maori-Wort „Wetapunga“, was so viel heißt wie „Gott der hässlichen Dinge“. Übrigens ist nach ihr ganz bewusst die Firma für Spezialeffekte „Weta Workshops“ benannt, die nicht nur für den Herrn der Ringe und den Hobbit, sondern auch für viele andere Filme teilweise ganz schön hässliche Kreaturen schuf. Total passendes Naming, würde ich sagen! Irgendwas mit Rochen hätte aber auch gepasst …

Nun die Nordinsel. Die Überfahrt mit der Fähre verlief unspektakulär, nach eineinhalb Stunden Fahrt durch den Marlborough Sound sagten wir dem letzten Zipfel der Südinsel Tschüs, und weitere eineinhalb Stunden später kamen wir in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, an. Wir ließen ihr aber nicht viel Aufmerksamkeit zukommen, holten nur schnell den Mietwagen ab und düsten los Richtung Hawkes Bay, mit Ziel Napier. Etwa auf halber Strecke machten wir Rast in Woodville, wo ich den widerlichsten Meat Pie ever aß bzw. liegenließ und die Spuren deutscher Einwanderer sich in der Alltagskultur spiegelten.

Weiter ging es durch Orte wie Dannevirke und Norsewood, die ihr skandinavisches Erbe nicht nur im Namen tragen, sondern auch durch Hinweisplakate auf ein Scandinavian Festival im Februar untermauern. Außerdem gab es hier Wegweiser nach Herbertville und Weber. Ein schöner Mix aus europäischen und Maori-Ortsnamen wie Piripiri, Tahoraiti oder Tataramoa. Irgendwie ist es hier ganz anders als auf der Südinsel, aber ich weiß noch nicht genau wie. Jetzt Napier. Nach gut vier Stunden Fahrt fuhren wir rein, in unsere neue temporäre Heimat bis April. Das Umland ist sehr hübsch, sanft hügelig und voller Weinberge. Die Stadt selbst sieht in den Vororten aus wie viele andere: breite Straßen, Einfamilienhäuser, viel Grün. Im Stadtzentrum dann die erwarteten hübschen Art-Deko-Bauten und kurz dahinter schließlich der Bluff Hill, auf dem wir wohnen werden. Und es ist genau so, wie es die Landlady beschrieb: „If you want to have a view, you have to climb a height“. Hier ist der Blick aus dem Wohnzimmerfenster (das Blaue, das da links durch die Bäume schimmert, ist der Pazifik):

Über unsere Alltagsbeobachtungen und kleinen Kulturschocks schreibe ich ein anderes Mal.

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Texterin, Redakteurin, Kolumnenschreiberin und Rumreiserin.
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4 Kommentare

  1. Hey,

    das hört sich doch super an und sieht noch besser aus. Freu mich total für euch, da hab ihr ja die besten Vorraussetzungen um die nächsten x (ich will die Zahl lieber nicht schreiben) Wochen eine wunderschöne Zeit zu haben.
    Liebe Grüße aus dem verschneiten Köln, in dem die Wolken auch ein wenig an Pazifik erinnern ;-))

    Nik

  2. huhu,
    Schnee? Wasn das? ;-)
    Wir wollen heute mal schauen, wie die Strände in der Umgebung so ausschauen. Direkt vor der Stadt (also 300 m von hier entfernt) ist Baden leider nicht angesagt – wegen gefährlicher Unterströmungen, es ist auch nur ein Kiesstrand. Aber ein paar Kilometer weiter soll es schöne Strände geben. Allerdings ist es gar nicht sooo warm, nur ca. 20 Grad. Fühlt sich fast so an wie in De Haan ;-)). Liebe Grüße!

  3. Großer Gott!!! So schön!!!!

    Mein Neid wallt über den Ozean! Nein, OZEANZE! :-))

    Ein Wohnzimmer mit Pazifikblick!

  4. Das Haus ist in der Tat ein Knaller. In echt noch schöner als auf den Fotos. Und das ist bei Ferienhäusern ja eigentlich immer umgekehrt. Wir werden uns hier wohlfühlen.